Bixlmadam – Nachbericht

Alle Jahre wieder stellt sich bestimmt nicht nur bei den Laienspielern in Langenbach die Frage: „Was spielen wir und Wer führt Regie?“.
Von Gisela (Anm. d. Red.: Bernbeck, 1. Vorständin) habe ich mich breitschlagen lassen, die Regie 2018 zu übernehmen. Bereits im Vorfeld war mir bewusst, dass sämtliche männliche Spieler im gesetzteren Alter nicht zur Verfügung stehen würden; so z.B. auch Emil (Anm. d. Red.: Harrant), der laut seiner Frau erst ab Januar 2019 wieder verpflichtet werden darf, da er dann in Rente geht und Frau, Hund, Pferd und Theaterspielen terminlich besser unter den Hut bekommt.
Auch wusste ich, dass Irene (Anm. d. Red.: Vögl), Michi Wüst, Eva Stephan und Flo (Anm. d. Red.: Apold) bei den Erwachsenen mitspielen wollen.

So fing ich an Stücke zu lesen, wie z.B. die Einakter „Der Saubär“ und „Der Heiratsantrag“, sowie die Stücke „Xaver Krenkl“, „Der Meineidbauer“, „Die Gschaftlhuberin“, „Adele Spitzeder“ und „Bixlmadam“ aufgrund des ausgefallenen Titels.
Ich wollte ein lustiges Stück mit schönem Bühnenbild und keinen Schenkelklopfer auf die Bühne bringen. Also entschied ich mich für „Bixlmadam“, eine Komödie von Peter Landstorfer.

Jetzt ging es daran Spieler zu suchen und die Rollen zu besetzen. Für Irene machte ich aus dem Hotelier eine Hotelierin, die für sie wunderbar passte – fand ich.
Michi Wüst spricht nicht so ganz Dialekt und deshalb sollte sie die Rolle der Frau Flickedanz übernehmen und meisterte diese Rolle auch mit Bravour.
Desweiteren musste die Rolle Hasselblad besetzt werden, ein Preuße durch und durch; da hatte ich Glück! Gisela sagte mir, Rainer Summer, der noch nie Theater gespielt hat, möchte mitspielen. Ich rief Rainer an und stellte fest, der kann als geborener Bayer nur nach der Schrift sprechen, schon hatten wir also unseren Preußen. Rainer war ideal für diese Rolle und erarbeitete sie sich. Von Woche zu Woche verbesserte er Aussprache, Körperhaltung, Betonung und verkörperte Jens-Holger Hasselblad mehr und mehr. Sehr gut gemacht, Rainer!

Jens-Holger Hasselblad (li., Rainer Summer) und Eva-Maria Flickedanz (re., Michaela Wüst)

Ich hoffe du bleibst den Laienspielern treu und spielst auch in den darauffolgenden Jahren. Du bist eine Bereicherung für diesen Verein, Preußen stehen nicht so viele zur Verfügung!

Als Bedienung Susi stellte ich mir Susanne Weber vor; ich fragte sie und bekam prompt eine Zusage. Während der ersten Probe verglich ich Susis Sprechgeschwindigkeit mit einer russischen Kalaschnikow und vor allem in den Szenen mit den Rosstäuschern ähnelte sie einem russischen Kampfpanzer, der gnadenlos über die Bühne fuhr. Aber die Susi kann schon was, zu Ende der Proben verkörperte sie die Rolle der Süsi so wie ich mir das vorgestellt hatte. Sie lächelte perfekt und laut ihrer Aussage „tat [ihr] der Mund vom Lächeln schon weh.“ Perfekt gemacht Süsi!

Neben Susanne Weber fragte ich auch bei Johannes Weber an. Ich hoffte er übernimmt die Rolle des Lipp und er tat es. Johannes stammt auch aus der JuLa (Anm. d. Red.: Jugendgruppe der Laienspieler), die seht gute Schauspieler hervorgebracht hat.
Er zog sich in aller Ruhe auf der Bühne mit dem original Wendesakko vom Landstorfer Ensemble um, welches wir uns ausgeliehen hatten. Er wurde dieser Rolle voll gerecht, obwohl er noch sehr jung ist. Die Ente, die laut Textbuch am Geweih hängen bleiben hätte sollen, hing nicht immer, aber das war nebensächlich. Auch bei der letzen Aufführung blieb er ganz ruhig, als Josef (Anm. der Red.: Feger, Lichttechniker) und Bene (Anm. d. Red.: Weinzierl, Tontechniker) ihm einen Streich spielten, indem sie während einer seiner Umziehszenen den Song „Leave your hat on“ einspielten.

Bedienung Susi (li., Susanne Weber) und Tausendsasser Lipp (re., Johannes Weber)

Wie sagt man so schön: „Aller guten Dinge sind drei“. D.h. ich konnte auch Johanna Weber als Ersatz für Irene, die aus gesundheitlichen Gründen nicht spielen konnte, verpflichten. Johanna musste Text nachlernen, da sie ja nicht von Anfang an dabei war. Wer Johanna kennt weiß jedoch, dass sie sehr ehrgeizig ist und somit ihrer Rolle voll gerecht wurde.
Ich denke es war schön für sie mit zwei ihrer Kinder Theater zu spielen, denn solche Chancen hat man nicht oft im Leben.

Hotelierin Johanna (hi., Johanna Weber) mit der Bedienung Susi und der Bixlmadam

Die Idealbesetzung einer Bixlmadam ist Heidi (Anm. d. Red.: Burg). Obwohl sie die Rolle skeptisch sah, war sie die ultimative Bixlmadam. Ihr Auftreten im Fuchsia-Kleid mit schwarzem Pelz war sehr mondän. Heidi spielte in meinen Augen ihre Rolle so wie man sich eine Bixlmadam vorstellt.

Bixlmadam Madam von Ogebarin (mi., Heidi Burg) mit Rosstäuscher Züglbauer (li., Florian Apold)

Nun zu unseren drei Rosstäuschern, Martin(Anm. d. Red.: Braun) und Flo haben sofort zugesagt, als ich sie fragte, ob sie nicht die Rosstäuscher spielen wollten. Die Suche nach dem 3. Rosstäuscher gestaltete sich nicht so einfach. Im Verein selbst habe ich alle in Frage kommenden Spieler gefragt. Anschließend in Frage kommende Langenbacher Männer, die ich passend hielt. Nur Absagen!
Doch das Gute ist so nah und man erkennt es oftmals nicht. Jakob gab mir den Tipp, dass Christian Haller evtl. spielen würde. Ich fragte und er sagte mir auch innerhalb eines Tages zu. Eine ältere Dame sagte nach der letzten Aufführung zu mir: „Eure drei Dings da, na…. die drei… Musketiere! waren eine Schau.“
Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Die drei Rosstäuscher (v.l.n.r.: Luftkopper Alois (Christian Haller), Züglbauer Bertl (Florian Apold) und Spanndeichsel Xidi (Martin Braun)) mtit der Bixlmadam

Besten Dank auch an:
Hilde Stockhorst, unsere Souffleuse, die bei keiner Probe fehlte.

Wilhelmine und Gisela für die tolle Verwandlung der Spieler; ich denke da besonders an die Glatze von Hasselblad.

Merci Josef und Bene für Ton und Licht.

Ein Dank auch an unsere Bühnenbauer Jakob, Flo und Walter.
Wir wissen ja, dass Jakob es immer spannend macht, aber wir hatten am Ende eine sehr schöne Bühne.

Unsere Spieltage konnten nicht ideal festgelegt werden, da der Saal über 1 Jahr vorher schon des Öfteren belegt war.
Nichtsdestotrotz waren unsere Aufführungen mit 655 Zuschauern ein Erfolg.
Die Proben von Juli bis Oktober waren allesamt sehr harmonisch, es gab keine langen Diskussionen. Wir zogen alle an einem Strang!
Ich hoffe den Spieler hat es genauso viel Spaß gemacht wie mir.
Christian Gobmeier hat einmal gesagt: 

Wenn ich hierher zum Theaterspielen gehe, opfere ich meine Freizeit und da will ich Spaß haben